Venus Transit
Home
Applets      Venus      Konjunktionen   1631   1639   1761   1769   1874   1882   2004



Merkur

   Die Phasen von Merkur und Venus

 

Venus kommt uns von allen Planeten am nächsten: zur Zeit der unteren Konjunktion beträgt ihr Abstand der Erde nur etwa 40 Millionen Kilometer. Wegen ihres hohen Rückstrahlvermögens, ihrer Größe und ihrer geringen Entfernung kann die Venus auch am Taghimmel mit bloßem Auge beobachtet werden (in der Nähe der größten Elongation und bei günstigen atmosphärischen Bedingungen, und sofern man weiss, an welcher Stelle des Himmels man zu suchen hat).

Bei Beobachtungen mit Fernglas oder Teleskop am Taghimmel ist allergrößte Vorsicht geboten, dass diese nicht auf die Sonne gerichtet sind. Da dies bei freihändigem Gebrauch eines Fernglases leicht geschehen kann, ist dringend zu empfehlen, ein Stativ zu verwenden oder von einem Standort im Schatten zu beobachten.


Phasen und Größenverhältnisse der Venus gezeichnet von Barnard 1890
aus: M. Wilhelm Meyer: Das Weltgebäude,
Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1898.

Die Venus zeigt einen ausgeprägten Phasenwechsel (ähnlich wie der Mond). Galilei entdeckte dies im Jahre 1610 als erster mit Hilfe des gerade eingeführten Fernrohrs. Er hält seine Beobachtung zunächst noch geheim, indem er sie in einem Anagramm verschlüsselt (in der Wissenschaft jener Zeit nicht unüblich, um sich die Priorität zu sichern aber zugleich auch einen Rückzug offenzuhalten):

Haec immatura a me iam frustra leguntur

Dieses noch Unreife wird von mir bisher vergeblich vorgetragen.

Dieselben 34 Buchstaben in anderer Reihenfolge ergeben Galileis Aussage, die er am 1. Januar 1611 bekanntgibt:

Cynthiae figuras emulatur mater amorum

Die Mutter der Liebenden (Venus) tut es den Gestalten der Cynthia (des Mondes) gleich.

Cynthia ist ein Beiname von Luna. Also:

Venus zeigt Phasen wie der Mond !

Der Phasenwechsel eines Planeten ist ein weiterer Beweis für seine Bewegung um die Sonne (heliozentrisches Weltmodell des Kopernikus).

 

Hier die Phasen der Venus während ihres vollständigen synodischen Umlaufs:

  • In der unteren Konjunktion wendet die Venus der Erde ihre unbeleuchtete Rückseite zu "Neuvenus"), ist aber trotz ihres großen scheinbaren Winkeldurchmessers wegen ihres geringen Winkelabstands zur Sonne unsichtbar. In dieser Position kann sich ein Venusdurchgang ereignen, wenn sie sich nahe genug bei einem Kontenpunkt ihrer (geneigten) Bahn befindet.

 

  • Der beleuchtete Teil nimmt zu und beträgt nach etwa 35 Tagen 1/3. Die Venus erreicht jetzt ihre größte Helligkeit (bis -4.4m). Sie befindet sich westlich der Sonne und ist am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang zu sehen. In dieser Stellung ist eine starke Verlängerung des sichelförmigen sichtbaren beleuchteten Teils zu beobachten. Dieses "Übergreifen der Hörnerspitzen" wird durch die Lichtstreuung in der Venusatmosphäre verursacht.

 

  • Nach 72 Tagen beträgt der Winkelabstand zur Sonne bis zu 48° (größte westliche Elongation). Die Hälfte der Venusscheibe ist jetzt beleuchtet ("Halbvenus"). Wegen des vergrößerten Abstandes zur Erde sinkt ihre Helligkeit jedoch.

 

  • Die obere Konjunktion wird nach 292 Tagen erreicht. Die Venusscheibe erscheint voll beleuchtet ("Vollvenus"), ist aber wegen des großen Abstands zur Erde (257 Mio km) sehr klein.

 

  • Die Venus erscheint nach ihrer oberen Konjunktion als Abendstern und erreicht nach 512 Tagen ihre größte östliche Elongation. Die beleuchtete Fläche nimmt ab.

 

  • Nach 549 Tagen erreicht sie erneut ihren größten Glanz.

 

  • Der synodische Umlauf ist nach 584 Tagen vollendet.

 

5 synodische Umlaufdauern (Zeitintervall zwischen zwei aufeinanderfolgenden entsprechenden Konjunktionen) entsprechen fast genau 8 siderischen Erdjahren und 13 siderischen Venusumläufen:

5 * 583.92 Tage = 2919. 6 Tage
8 * 365.26 Tage = 2922. 1 Tage
13 * 224.70 Tage = 2921. 1 Tage

Die 5 Begegnungen von Erde und Venus innerhalb von 8 Jahren bilden ein Pentagramm:

Daher existiert ein achtjähriger Zyklus der Venussichtbarkeit, d.h. eine bestimmte Venuskonstellation wiederholt sich nahezu auf den Tag genau nach 8 Jahren unter gleichen Bedingungen.

Applet Planetenbewegung

Applet Venus Transit Observer


Merkur
Venus

mean Sun distance

57.9·106 km = 0.39 AU
108.2·106 km = 0.72 AU

sidereal orbit period

87.97 d
224.701 d

synodic orbit period

115.9 d
583.9 d

Venusphasen

Zeit
Sichtbarkeit
Phase
Ansicht
scheinbarer
Winkel-durchmesser
Magni-
tude
0 Tage
unsichtbar
z
u
n
e
h
m
e
n
d
untere Konjunktion
Neuvenus
φ=
180°
bis 64 ''
0
etwa 35 Tage
Morgenstern
größte Helligkeit
φ=
48°
39''
-4.3
72 Tage
größte westliche Elongation
Halbvenus
φ=
90°
24''
-4.0
292 Tage
unsichtbar
(Sonnennähe)


obere Konjunktion
Vollvenus
φ=
10''
(-3.5)
512 Tage
Abendstern
a
b
n
e
h
m
e
n
d
größte östliche Elongation
Halbvenus
φ=
90°
24''
-4.0
etwa 549 Tage
größte Helligkeit
φ=
48°
39''
-4.3
584 Tage
unsichtbar
untere Konjunktion
Neuvenus
φ=
180°
bis 64 ''
0

 Venus Elongation Explorer

 

Obere
Konj.
14. Jan



Größte Elong. Ost
22. Aug.
Untere
Konj.
31. Okt.
Größte Elong. West
31. Jan



Obere
Konj.
18. Aug.
 

Venus-Daten für 600 Tage (1. Jan. 2002 bis 12. Aug. 2003, Intervalle 10 Tage)
berechnet mit meinem Applet
Venus Transit Observer .

 

Web Links

 

Die Venussichel am Taghimmel - Foto von Christoph Otawa

Viewing Venus in Broad Daylight (John Walker, Fourmilab)

A Statistical Analysis of Venus' Phases

Images: Phases of Venus


2012, Apr 15